Sonntag, 9. August 2009

Strega- die Sonne Italiens

Im Jahre 1860 gehörte Benevento zum Kirchenstaat. Diese Stadt, die auf halbem Weg zwischen Rom und Neapel liegt, ist durch eine Sage berühmt, die besagte, dass alle Hexen der Welt dort ihren Treffpunkt hatten.

Guiseppe Alberti wählte diese Stadt als Ausgangspunkt für seine Tätigkeit als Weinhändler und begann gleichsam als Hobby mit der Produktion eines Kräuterlikörs nach einem Rezept das ihm vielleicht von den Mönchen des nahe gelegenen Benediktinerkonvents anvertraut worden war und das er mit Hilfe seines Vaters, der Gewürzhändler war, ständig verbesserte. Im Andenken an die alte, eindrucksvolle Sage von Benevento wollte der Schöpfer dieses Likörs diesem Getränk ein unverwechselbares Zeichen verleihen: so entstand der Liquore Strega, - HEXEN LIKÖR – der vermutlich älteste und berühmteste italienische Likör. Noch heute kann man in Benevento, gegenüber der Eisenbahnstation in den alten Räumlichkeiten der Firma Alberti den Duft der über siebzig Kräuter wahrnehmen, die das Geheimnis eines einzigartigen Likörs darstellen.

Derzeit kennen nur zwei Personen die genaue Qualität und Menge der Zutaten zur Wahrung einer Tradition, die sorgfältig von Generation zu Generation weiter- gegeben wird.

Die Herstellung des Liquore Strega beginnt mit dem Mahlen der Kräuter, die von überall auf der Welt ausgewählt werden. Als Beispiele seien nur der Zimt aus Ceylon, florentinische Iris, Pfeffer aus Jamaika, Wachholder aus dem italienischen Apennin und Minze aus Sannino, die natürlicherweise entlang der Flüsse der Region wächst zu nennen. Die gemahlenen Kräuter werden in einen Getreideaufguss eingelegt und nachfolgend langsamen destilliert. Nachdem durch Beigabe von Zuckersirup das Destillat auf 40° reduziert worden ist, erhält der Likör durch Beimengen von Safran seine endgültige Färbung. Sobald die Herstellung der Destillation abgeschlossen ist, wird der Liquore Strega zum Altern über eine lange Zeit in Eichenfässern gelagert, wo die verschiedenen Aromen zu einer perfekten Synthese gelangen. Erst nach Ablauf dieser Zeit wird der Liquore Strega nach einer eingehenden Prüfung durch den Kellermeister mit Hilfe modernster Maschinen in Flaschen abgefüllt.

Der Liquore Strega zeichnet sich durch seine starke und unverwechselbare Persönlichkeit aus.

* SAFRAN wird aus den Narben der Safranblüte gewonnen, die im Morgengrauen per Hand gepflückt wird, sobald sie sich leicht geöffnet hat. Um ein Kilogramm Safran zu gewinnen, benötigt man etwa 80.000 bis 150.000 Blüzen.Im Schnitt schafft ein Plücker 60 bis 80 Gramm am Tag. Darum ist der Safran das wertvollste Gewürz der Welt.

Mein Favorit mit Strega Liquore ist eine Gin Fizz Version;

4cl Broker's Gin
2,5cl Strega Liquore
2cl fr. Zitronenesaft
1,5cl Zuckersirup

Eine weitere Empfehlung;

4,5cl Strega Liquore
2cl Galliano L'Autentico
2-3 Dashes TBT Orange Bitter
2cl fr. Zitronensaft
2cl fr. Orangensaft
1/2 fr. Eiweiß

Kräftig shaken und in eine Cocktailschale abseihen


Bezugsquelle- Strega Liquore BARFISH


Kommentare:

eichiberlin hat gesagt…

Vielen Dank für die Rezepttipps. Peinlich zu gestehen, aber ich habe mir gerade aus Versehen eine Flasche Strega gekauft und freue mich über jeden Hinweis, was damit anzufangen sei.

BarGeist hat gesagt…

Es braucht Dir nicht peinlich zu sein. Peinlich ist nur, wenn einer vorgibt alles zu kennen und dem dann doch nicht so ist.
Ein Tipp: Strega Sour- 3cl Strega,-3cl Gin,-2cl fr Zitronensaft,-1-1,5cl Zuckersirup (vielleicht noch 1 oder 2 Dashes Orange Bitter). Den Sour mit Gin, wird sicherlich die Frage sein. Strega allein als Sour ist (meine Meinung) zu Geschmacksintensiv. Aber auch hier heißt es, selber ausprobieren.
BarGeist

BarGeist hat gesagt…

PS: Im übrigen betreibst Du- Eichiberlin- einen sehr guten Blog. Gefällt mir...weiter so

eichiberlin hat gesagt…

Vielen lieben Dank - für das nette Lob - und für das spannende Rezept. Ich habe es gerade nachgemixt und bin fasziniert von der ausgewogenen Kombination von Süße, Säure und Würznote. Meine Geschmack verlangt die geringere Zuckermenge, dafür aber den zweiten dash Orange Bitters. Fein!